Informationen Amazonas

Der Amazonas (auch Amazonenstrom, portugiesisch Rio Amazonas bzw. im Oberlauf Rio Solimões, früher Rio Orellana) ist ein Fluss in Südamerika. Er ist der wasserreichste Fluss der Erde. Hinsichtlich der Länge und damit der Rangfolge als längster oder zweitlängster Fluss der Erde (im Vergleich zum Nil) gibt es widersprüchliche Berechnungen. Nach derzeitigem Stand hat der Amazonas eine Gesamtlänge von 6.387 km.

Amazonas

Er befördert mehr Wasser als Nil, Mississippi und Yangtse zusammengenommen, insgesamt ein Sechstel aller Flüsse weltweit. In den Amazonas münden ca. 10.000 Flüsse. Davon sind allein 17 Flüsse länger als der Rhein. Die Breite des Flusses beträgt in Brasilien meist mehrere Kilometer und variiert jahreszeitlich bedingt durch die schwankenden Niederschläge an den Oberläufen. In den Zeiten größter Wassermengen kann er die angrenzenden Wälder auf einer Breite von bis zu 100 km überschwemmen. Die betroffenen Überschwemmungswälder bilden die "Várzea", ein einzigartiges Ökosystem.

Der Amazonas entspringt in den peruanischen Anden. Seine Quellflüsse heißen Marañón, Huallaga und Ucayali. Der nördlichste und wasserreichste der drei ist der 1.600 km lange Marañón, der mit seinem Ursprung in drei Lagunen oberhalb von Lago Lauricocha traditionell als der Quellfluss des Amazonas gilt. Die Quelle wurde 1909 von Wilhelm Sievers festgelegt.

Amazonas

Der Amazonas ist von der Atlantikküste bis Manaus mit Ozeanschiffen befahrbar. Selbst die Nebenflüsse Rio Tapajos und Rio Negro werden mit Kreuzfahrtschiffen befahren. In Manaus und inzwischen auch in einigen anderen Orten können diese großen Schiffe anlanden. Elf der dem Amazonas zufließenden Flüsse zählen selbst zu den zwanzig wasserreichsten Flüssen der Erde.

Es wird geschätzt, dass der Amazonas etwa 5000 verschiedene Fischarten beherbergt. Das sind mehr als im ganzen Atlantik. Der Fischreichtum spiegelt sich auch in den Speisekarten wieder. Zu den wichtigsten Speisefischen zählen: Tambaquí (Colossoma macropomum), Jaraqui, Filhote, Tucunaré (Cichla spp.), Pirarucú (Arapaima gigas). Darüber hinaus gibt es aber eine Unmenge von regional vorkommenden Fischen, darunter Arten von Piranhas, der urzeitlich aussehende Tamuatã, und andere.

In der Amazonasregion leben etwa eine Million Angehörige indigener Gruppen. Ihre Territorien werden in Brasilien von der dortigen Indianerbehörde FUNAI demarkiert. In Brasilien wurden bislang über eine Million Quadratkilometer als Indianergebiete ausgewiesen, das entspricht etwa 20 Prozent der Fläche. In diesen Gebieten leben 150 indigene Völker. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern (Garimpeiros) und Holzunternehmern. Die direkt an Flüssen lebenden Bewohner - oft in einfachen Hütten auf Stelzen (Hochwasser) - heißen Caboclos und leben oft vom Fischfang, der Herstellung von Kautschuk, etwas Viehzucht sowie dem Verkauf von Paranüssen und Früchten auf nahe gelegenen Märkten.

Quelle: Wikipedia